- Warum du Backlinks überhaupt selbst prüfen solltest
- Schritt 1: Google Search Console als Basis
- Schritt 2: Bing Webmaster Tools, der unterschätzte zweite Blick
- Schritt 3: Die site: Operator Methode
- Schritt 4: Kostenlose Backlink-Checker
- Ein durchgerechnetes Beispiel
- Was kostenlose Methoden nicht können
- Die unbequeme Wahrheit über Backlink-Daten
- Eine einfache Routine zum Nachmachen
- Frequently asked questions
Bottom line: Du kannst Backlinks ohne bezahlte Tools testen, indem du Google Search Console, Bing Webmaster Tools und kostenlose Backlink-Checker wie OpenLinkProfiler oder die Gratisversion von Ahrefs kombinierst. Die Daten sind unvollständiger als bei Ahrefs oder SEMrush, aber für die meisten kleinen Seiten reicht das völlig aus.
Ich habe in den letzten Jahren mit vielen kleinen Unternehmen gesprochen, die glauben, man braucht ein 99 Dollar im Monat Abo, nur um zu sehen, wer auf die eigene Website verlinkt. Das stimmt nicht. Man braucht ein Abo, wenn man Konkurrenten tief analysieren oder Linkaufbau in großem Stil betreiben will. Für die Frage "wer verlinkt gerade auf meine Seite" reicht Gratis-Werkzeug fast immer.
Warum du Backlinks überhaupt selbst prüfen solltest
Backlinks sind nach wie vor einer der stärksten Rankingfaktoren bei Google. Wenn du nicht weißt, welche Seiten auf dich verlinken, weißt du auch nicht, ob du einen toxischen Link hast, ob eine Partnerschaft funktioniert oder ob eine PR-Aktion tatsächlich Links gebracht hat. Das ist kein nice-to-have, das ist Basisarbeit.
Der uncomfortable Teil, den viele SEO-Blogs lieber nicht sagen: Kein Tool, bezahlt oder nicht, zeigt dir alle Backlinks. Google selbst hat den vollständigsten Index der Welt und zeigt dir in der Search Console trotzdem nicht jeden einzelnen Link, den es kennt. Ahrefs und Google crawlen unterschiedlich, deshalb unterscheiden sich die Zahlen teils um das Zehnfache. Wenn du also ein kostenloses Tool nutzt und weniger Links siehst als ein Kollege mit Ahrefs, heißt das nicht, dass du schlecht arbeitest. Es heißt nur, dass die Indizes unterschiedlich groß sind.
Schritt 1: Google Search Console als Basis
Das ist dein wichtigstes und zuverlässigstes Werkzeug, weil die Daten direkt von Google kommen.
- Logge dich in Google Search Console ein und wähle deine Property aus.
- Gehe links im Menü auf "Links".
- Du siehst zwei Bereiche: "Externe Links" und "Interne Links". Bei externen Links siehst du die Top-verlinkenden Seiten, Top-verlinkten Seiten und Top-Linktexte.
- Klicke auf "Mehr anzeigen" und dann auf den Export-Button oben rechts, um die komplette Liste als CSV oder Google Sheet herunterzuladen.
Ein praktischer Punkt, den viele übersehen: Der Export in der Search Console liefert dir in der Regel bis zu 1.000 Zeilen pro Liste. Für eine kleine bis mittlere Website reicht das meistens, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Bei einer sehr großen Seite mit zehntausenden Links wirst du an diese Grenze stoßen, dann brauchst du tatsächlich ein bezahltes Tool oder musst mit mehreren Exporten arbeiten, etwa gefiltert nach Subdomain oder Verzeichnis.
Schritt 2: Bing Webmaster Tools, der unterschätzte zweite Blick
Bing crawlt das Web unabhängig von Google und findet oft andere Links, besonders von kleineren oder regionalen Seiten. Du musst deine Seite dort kostenlos verifizieren, danach findest du unter "Backlinks" eine eigene Liste. Der Vorteil: Bing zeigt teilweise Links, die bei Google Search Console gar nicht auftauchen, weil Bing manche Nischenseiten anders bewertet. Der Nachteil: Bing hat weniger Traffic und wird deshalb von vielen Spammern genutzt, um Fake-Backlinks aufzubauen, also prüfe die Qualität der Quellen mit gesundem Menschenverstand.
Schritt 3: Die site: Operator Methode
Eine der ältesten Methoden, die trotzdem noch funktioniert, wenn auch mit Einschränkungen. Du gibst bei Google Folgendes ein:
link:deinedomain.de funktioniert heute praktisch nicht mehr zuverlässig, Google hat diese Funktion stark eingeschränkt. Stattdessen nutzt du eine Kombination aus Branchennamen und deiner Domain, zum Beispiel: "deinedomain.de" -site:deinedomain.de. Das zeigt dir Erwähnungen deiner Domain auf anderen Websites, auch wenn nicht jede Erwähnung ein echter Hyperlink ist.
Schritt 4: Kostenlose Backlink-Checker
Hier sind die Werkzeuge, die wirklich einen kostenlosen Modus ohne versteckte Kreditkartenabfrage haben:
- Ahrefs Free Backlink Checker zeigt dir die Top 100 Backlinks deiner Domain, inklusive Domain Rating der verlinkenden Seite. Begrenzt, aber gut für einen schnellen Qualitätscheck.
- OpenLinkProfiler liefert eine überraschend große Datenmenge kostenlos, inklusive Social-Signale und Linktext-Verteilung.
- Moz Link Explorer erlaubt eine bestimmte Anzahl kostenloser Abfragen pro Monat, wenn du dich mit einem kostenlosen Moz-Konto anmeldest.
- Ubersuggest von Neil Patel zeigt in der Gratisversion eine begrenzte Backlink-Übersicht, nützlich für einen groben ersten Eindruck.
Keines dieser Tools ersetzt eine komplette Ahrefs- oder Semrush-Lizenz. Das ist auch nicht das Ziel. Das Ziel ist, dir drei bis vier verschiedene Datenquellen zu geben, die sich gegenseitig ergänzen, weil jede ihren eigenen Crawl-Index hat.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Sagen wir, du betreibst eine kleine Bäckerei-Website in einer mittelgroßen deutschen Stadt und willst wissen, ob dein letzter Gastbeitrag auf einem regionalen Food-Blog tatsächlich einen Backlink gebracht hat, der bei Google zählt.
- Erstens: Du öffnest Google Search Console und exportierst die Liste der externen Links. Du durchsuchst die CSV-Datei nach dem Domainnamen des Food-Blogs.
- Zweitens: Taucht der Link dort nicht auf, heißt das nicht automatisch, dass er fehlt. Google aktualisiert diese Daten nicht täglich, es können mehrere Wochen vergehen, bis ein neuer Link erfasst wird.
- Drittens: Du prüfst dieselbe Domain im Ahrefs Free Backlink Checker. Wenn der Link dort erscheint, mit einem Nofollow-Tag versehen, weißt du jetzt zwei Dinge: Der Link existiert, und er gibt dir wahrscheinlich keinen direkten Ranking-Schub, kann aber trotzdem Traffic bringen.
- Viertens: Du öffnest den Quelltext der Blogseite direkt mit Strg+U im Browser und suchst mit Strg+F nach deinem Domainnamen, um zu sehen, ob das rel="nofollow" Attribut wirklich gesetzt ist. Das ist die einzige hundertprozentig zuverlässige Methode, weil du die Rohdaten selbst liest statt ein Tool zu befragen.
Diese vier Schritte kosten dich zehn Minuten und keinen Cent, geben dir aber ein belastbareres Bild als ein einzelnes Tool allein.
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Was kostenlose Methoden nicht können
Sei ehrlich mit dir selbst, wofür du die Daten brauchst. Kostenlose Tools und Search Console reichen völlig aus, um:
- zu prüfen, ob ein bestimmter Link gesetzt wurde
- toxische oder spammy Links zu entdecken, die du entfernen lassen willst
- den groben Linktrend deiner eigenen Seite über die Zeit zu beobachten
Sie reichen nicht aus, um:
- das komplette Backlink-Profil eines Konkurrenten zu kartieren
- systematisch Linkaufbau-Möglichkeiten in großem Stil zu finden
- historische Backlink-Daten über Jahre hinweg zu analysieren, weil Gratis-Tools meist nur den aktuellen Stand zeigen
Wenn du bei diesen drei Punkten landest, ist das der Moment, an dem ein bezahltes Tool oder professionelle Unterstützung Sinn ergibt. Dafür gibt es auf dieser Seite auch einen Überblick, wie viel professionelle Beratung für dein Marketing und deine SEO-Arbeit kostet, falls du irgendwann an diesen Punkt kommst.
Die unbequeme Wahrheit über Backlink-Daten
Niemand hat vollständige Daten, auch die teuren Anbieter nicht. Ahrefs crawlt nach eigenen Angaben Milliarden von Seiten pro Tag, Google crawlt deutlich mehr, zeigt aber nur einen Ausschnitt in der Search Console. Das bedeutet: Jede Zahl, die du bekommst, ob gratis oder bezahlt, ist eine Annäherung, keine absolute Wahrheit. Wer dir sagt, sein Tool zeigt "alle" Backlinks, verkauft dir etwas. Die richtige Frage ist nicht "welches Tool zeigt mir alles", sondern "welche Kombination aus Quellen gibt mir ein genug verlässliches Bild für meine Entscheidung".
Eine einfache Routine zum Nachmachen
Statt täglich verschiedene Tools zu checken, reicht eine feste Routine:
- Einmal im Monat: Export aus Google Search Console, neue Links mit der Vormonatsliste vergleichen.
- Einmal im Quartal: Kurzer Check in Bing Webmaster Tools und im Ahrefs Free Checker, um Abweichungen zu sehen.
- Nach jeder PR-Aktion oder jedem Gastbeitrag: Manuelle Prüfung mit der site: Suche und dem Quelltext-Trick, direkt zwei bis vier Wochen nach Veröffentlichung.
Das kostet dich vielleicht eine Stunde pro Monat und gibt dir trotzdem ein klares, aktuelles Bild, ganz ohne monatliches Abo.
Frequently asked questions
Kann ich Backlinks komplett kostenlos und genauso genau wie mit Ahrefs testen?
Nein, nicht genauso genau. Ahrefs hat einen der größten eigenständigen Webcrawler-Indizes, Gratis-Tools zeigen immer nur einen Ausschnitt davon. Für normale Website-Checks reicht der Ausschnitt aber völlig aus.
Welches kostenlose Tool zeigt die meisten Backlinks?
Das hängt stark von deiner Domain ab. In der Praxis liefert oft die Kombination aus Google Search Console und OpenLinkProfiler mehr unterschiedliche Links als ein einzelnes Tool allein, weil beide unabhängig crawlen.
Wie oft sollte ich meine Backlinks ohne bezahlte Tools prüfen?
Für die meisten kleinen bis mittleren Websites reicht ein monatlicher Check der Search Console plus ein quartalsweiser Abgleich mit einem zweiten kostenlosen Tool völlig aus.
Warum zeigt Google Search Console weniger Links als ein Backlink-Checker?
Google Search Console zeigt nur Links, die Google tatsächlich indexiert und als relevant genug für den Report einstuft, und aktualisiert diese Daten nicht in Echtzeit. Externe Crawler können andere Seiten erfassen oder schneller aktualisieren, deshalb weichen die Zahlen fast immer leicht voneinander ab.
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